Wir in Zeiten von Corona: Digitale Nähe statt Social Distancing

Wie verändert sich unsere Arbeit während der Pandemie und in Zukunft? Wie arbeiten wir als Bank in Coronazeiten? Was macht diese Krise mit unseren Mitarbeitenden? Und was bedeutet die aktuelle Situation für mich ganz persönlich?

Als uns Corona Anfang 2020 überrollte und alles, was uns bisher als selbstverständlich und „normal“ erschien, durcheinanderbrachte, wussten wir noch nicht, wie sehr sich unsere bisherige Arbeitswelt verändern würde.
Jetzt, nach fast einem Jahr der Pandemie, kann ich sagen: Vieles, sehr Vieles ist „einfach anders“. Gewohntes ist gewichen und Neues hat seinen Platz eingenommen.

Wir sind mit Herz und Mut für unsere Kunden da

Wir dürfen uns nur noch auf zwei Meter nahekommen und sollen Kontakte mit anderen Menschen meiden. „Social Distancing“ und „Stay at Home“ sind zur Maxime geworden. Für eine Filiale, die von persönlichen Kontakten mit ihren Kund*innen lebt, ist Corona und seine Auswirkungen eine noch nie dagewesene Herausforderung. Eine ständige Abwägung zwischen „Nähe zulassen“ und „Distanz wahren“.

Wir haben hart mit uns gerungen, welche Entscheidung wir zum Lockdown im Hinblick auf die Öffnung der Filialen treffen. Der Schutz der Kolleg*innen steht immer an oberster Stelle, aber wir wollen natürlich auch für unsere Kund*innen erreichbar sein und ihnen kurze Wege bieten.

Wir haben uns unter Auflage strenger Abstandsregeln, Schutzglas und Maskenpflicht für die weitere Öffnung der Filialen entschieden. Und alle Kolleg*innen in den Filialen haben mitgezogen. Sie haben in dieser Zeit bewiesen, dass sie sich auf veränderte Arbeitsbedingungen und Umstände einstellen und Schwierigkeiten meistern können. Trotz dieser immensen Belastung sind sie weiterhin mit viel Herz und Mut für unsere Kund*innen da. Damit zeigen wir als regionale Bank einmal mehr, dass wir unsere Hamburger*innen nicht im Stich lassen.

Ja, und plötzlich sind wir digitaler als wir glaubten!

Da, wo es geht, arbeiten und beraten wir mobil. Vor Corona waren wir noch längst nicht so weit und plötzlich haben wir einen großen Sprung nach vorn gemacht.

Allerdings fordern die neuen Kommunikationswege von allen etwas ab. Anstelle von Besprechungen im Büro und den Filialen treten virtuelle Besprechungen und Videokonferenzen. Das konzentrierte Arbeiten wird für manche zum Kraftakt, da zu Hause Familie und Homeschooling ebenfalls die Aufmerksamkeit fordern.

Das Miteinander leben wir nun anders

Wir Menschen sind soziale Wesen. Wir sitzen gerne face-to-face in Besprechungen, im gleichen Raum, im Büro und spüren „echte“ Präsenz. Aber all das können wir nun nicht mehr in dieser Form. Das soziale Miteinander leben wir nun anders.

Besprechungen und Beratungen laufen über Videokonferenzen und Telefon oder in den Filialen hinter Masken oder Schutzglas. Das ist eine echte Herausforderung für das Zwischenmenschliche, denn wir können hinter Schutzmasken nur noch Augen lesen, nicht sehen, ob jemand lacht oder weint.

Raus aus alten Mustern

In Zeiten des Umbruchs hilft es, schnell und offen in alle Richtungen zu denken. Die Krisensituation hat uns erfinderischer gemacht. So haben wir neue Kommunikationsformate ins Leben gerufen, die uns auf andere Art
zusammenbringen und auch Vorteile bieten. Wir haben erkannt, dass sich die digitalen und effizienten Besprechungsformate gut mit zwischenmenschlichem Austausch ergänzen lassen.

In regelmäßigen, virtuellen „Townhalls“ schalten sich Vorstand und viele Kolleg*innen bequem von zu Hause aus per Video zusammen und kommen ins Gespräch. Wir stimmen uns in virtuellen Jahresauftaktmeetings auf das kommende Jahr ein – Anfahrtswege entfallen und große Räumlichkeiten sind nicht nötig. Auch „Digitale Kaffeepausen“ ermöglichen auf eine etwas andere Art den persönlichen Austausch untereinander. Und unsere neue Mitarbeiter-App versorgt uns alle mit den neuesten Informationen – unabhängig von Zeit und Ort.

Corona hat uns zusammengebracht

Ich persönlich wurde – genauso wie jede*r einzelne Mitarbeiter*innen – von dieser rasanten Entwicklung überrascht. Die virtuellen Besprechungen und Treffen ersetzen zwar keinen persönlichen Austausch an einem Tisch, den Small Talk in der Pause oder das spontane Treffen, aber sie eröffnen neue Chancen und schärfen den Blick für andere Dinge.

Führung auf Distanz bedeutet noch stärker mit Kolleg*innen ergebnisorientiert zu kommunizieren und dies setzt eine hohe Transparenz und Klarheit über unsere Erwartungen voraus.

Wir alle lernen Kolleg*innen plötzlich in einem ganz anderen Umfeld kennen. Wir erfahren mehr Persönliches („Sind das deine Kinder auf dem Bild hinter dir?“ „Ach, ihr habt auch einen Hund?“) und wachsen noch mehr zusammen. Vielleicht oder gerade weil wir alle im gleichen Boot sitzen mit denselben Entbehrungen, Ängsten, Erfahrungen und auch Erfolgen.

Halb voll oder halb leer?

Ich bin ein Optimist 🙂 und für mich ist das Glas immer halb voll. Ich könnte mir vorstellen, dass es künftig eine noch selbstverständlichere Kombination aus „Büropräsenz“ und mobilem Arbeiten geben wird.

Was ich auch beobachte: Dinge positiv zu sehen hilft. Anstatt zu sagen, nichts bleibt wie es ist, empfinde ich es hilfreich zu sehen: alles ist im Fluss. Das hat uns ganz besonders diese Pandemie gezeigt. Ich bin der Meinung, wer sich technisch und auch persönlich flexibel an neue Situationen anpassen kann und eine große Veränderungsbereitschaft zeigt, ist klar im Vorteil – gerade in Zeiten wie diesen.

Wenn ich meine Mannschaft so anschaue, kann ich nur sagen: Wir sind weiterhin mit ganz viel Kraft, Herzblut und positivem Spirit für unsere Kund*innen da und versuchen, sie in dieser Phase zu unterstützen, so gut wir es können! Wir haben einen hohen Anspruch an uns und es ist unglaublich, wie alle Mitarbeiter*innen mitziehen und
alles geben. Das berührt mich.

Und es macht mich stolz und dankbar, Teil dieses Teams zu sein.

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