KRACH+GETÖSE Award: Das sind die Newcomer 2022

Die Preisträgerinnen und Preisträger des KRACH+GETÖSE Music Awards 2022 stehen fest. Die Auszeichnung ging in diesem Jahr an: Deer Anna, King LX, Moyo Ray, rauchen und Satarii. Übergeben wurden die Pokale erstmalig im Rahmen einer bis auf den letzten Platz besetzten Live-Gala im Imperial Theater an der Hamburger Reeperbahn. Auf dem ausverkauften Event herrschte eine ausgelassene Stimmung, die Newcomer 2022 wurden mit großem Applaus auf der Bühne empfangen. Die Moderatorinnen Onejiru Arfmann, Musikerin und Businessfrau, sowie die Queer-Aktivistin und Performerin Didine führten mit bester Laune, viel Lob, Glückwünschen und humorigen Einlagen souverän durch den Abend.

Deer Anna (Foto: Marc Feldes)

Deer Anna ist Musik und das unique, entrückt und doch so präsent. Sie überzeugte die Jury auf ganzer Linie – mit ihren Texten, ihren Arrangements und besonders mit ihrer außergewöhnlich klaren und herausfordernd markanten Stimme. Die junge Songschreiberin und Gitarristin Deer Anna kann sich mit Künstler:innen wie Phoebe Bridgers, Daughter, Aurora und Novo Amor in ein Boot setzen, ohne unterzugehen. Im Gegenteil, Deer Anna wird ihr Publikum und die Bühnen der Festivals schon bald erfolgreich in ihren Bann ziehen. Nach ihrer ersten Single “Dawn” (2021) folgten eine Tour, Support-Shows und Festival-Auftritte, bevor sie uns im Februar schließlich ihre emotionale und intime Debüt-EP „Have I Even Been Asleep“ präsentierte.

King LX (Foto: Shafeeq Nickels)

KING LX ist so vielseitig, so begabt und regiert in seinem Spaceshuttle mit einfühlsamer, sicherer Hand über Rhythmen und Texte. Kein Wunder, dass auch nationale und internationale Top-Künstler:innen auf sein Songwriting-Können vertrauen. Benji Asare überzeugte mit seinem Talent, seiner fantastischen Stimme und seinem tiefgehenden Soul. Mit Songs wie „Universe“, „Brother“ oder „Say it“ konnte er die Jury im Handumdrehen überzeugen – denn King LX ist nicht nur stimmlich herausragend, sondern klingt auch wahnsinnig ausgefeilt und professionell. KING LX trifft den Sound einer Generation neuer Musikhörer:innen, die global, divers und ohne Grenzen denkt, hört und klickt. Und versetzt damit schon vor dem ersten Album-Release die nationale und internationale
Musikbranche in Aufregung.

Moyo Ray (Foto: Alexander Schiephake)

Die Hamburger Nachwuchs-Singer-Songwriterin Moyo Ray ist ein heftiges Ausnahmetalent, das die Jury geschlossen vom Stuhl fegte. Gesang und Gitarre verschmelzen zu einem berührend minimalistisch musikalischen Ganzen – Jazz, Folk, Ballade und treffen wunderbar auf die Gefühls-Zwölf. Ihre sanften und zugleich kraftvollen Songs ziehen in eine Klangwelt, die an Lianne La Havas, Laura Mvula oder Nai Palm erinnert. Moyo Ray startet mit subtilen Jazzakkorden auf die Festival- und Clubbühnen, intensiv, tiefgehend und mit großer Persönlichkeit. „Ich will niemanden unterhalten – ich will, dass ihr mit mir zusammen auseinanderfallt (…)“, sagt sie. Moyo Ray ist zudem Teil des jungen spannenden Netzwerks Formation**Now und schon jetzt eine einnehmende Bühnenpersönlichkeit, die den Schubs in die Professionalität vorwegnimmt.

rauchen (Foto: Larissa Jacobsen)

rauchen ist schon heute die Antwort auf das Morgen von Übermorgen, vereinigen Coolness, Unsicherheit, Wut und Aufregung zu einer musikalischen Grenzerfahrung, die sogar die Zuhörenden dazu bewegt, Neues auszuprobieren. Die vier Musiker:innen um Sängerin Nadine haben sich für das Loslassen von Regelwerken entschieden. Ihr zweites Album, das Ende 2021 bei Zeitstrafe erschien, besteht aus drei sehr unterschiedlichen EPs mit je vier Songs, die am Ende ein großes Ganzes ergeben, die Quintessenz sozusagen – einfach „Nein”. rauchen nennen die Dinge beim Namen, wütend und deutlich, aber nicht immer laut. Die Jury haben sie damit ad hoc in einer Minute überzeugt.

Satarii (Foto: Leroy Husar)

SATARII hebt sich ab und lässt keine Fragen offen, denn sie ist die Hamburger Antwort auf japanischen Anime im Rap. Bei ihr trifft Sprechgesang auf Pop- und R&B-Einflüsse, die von orchestralen und vokalen Elementen durchzogen sind
und SATARIIS kämpferischer Natur die perfekte Soundkulisse bieten. Diese Frau macht, was sie will und genau das hat die Jury vollends überzeugt. Die Rapperin, Sängerin und Producerin SATARII setzt ihre musikalischen Waffen gezielt, professionell und fantastisch visualisiert ein. Bunt, laut und „alles DIY!“. Ihr fröhliches Aussehen mag täuschen – sie fährt die Krallen aus und lässt sich nicht den Mund verbieten. In ihren Songs verarbeitet die Künstlerin wahre Erlebnisse mit fiktiven Geschichten einer sich rächenden Superheldin. Für die Jury ganz klar verdiente KRACH+GETÖSE Preisträgerin.

Der Award von Haspa Musik Stiftung und RockCity Hamburg wurde in diesem Jahr bereits zum 14. Mal vergeben. Ausgewählt hatte die Preisträgerinnen und Preisträger die gewohnt hochkarätige Jury um Cassandra Steen, Hendrik Otremba, Oyèmi Noize, Reimer Bustorff, Sarah Muldoon und Yassin ausgewählt wurden.

Die ausgezeichneten Bands und Musiker:innen erwartet ein Preisgeld in Höhe von jeweils 1.200 Euro sowie ein maßgeschneidertes Förderprogramm über zwölf Monate mit neuen Young Professional MeetUps mit wechselnden Branchenexpert:innen zum Netzwerkausbau, Medienpräsenz, Beratung, Bookingslots u.a. – in Kooperation mit add on music, c/o pop Festival, Clouds Hill Recordings, Elbphilharmonie, Futur2 Festival, Kampnagel Sommerfest, Millerntor Gallery, MS Dockville, Reeperbahn Festival, The Great Escape Festival u.v.a.m.

Über den Hamburg Music Award KRACH+GETÖSE

Den musikalischen Nachwuchs in Hamburg und über die Stadtgrenzen hinaus fördern RockCity Hamburg e.V. und die Haspa Musik Stiftung mit dem Hamburg Music Award KRACH+GETÖSE bereits seit 2009. Mit Erfolg: Blurry Future performten auf dem The Great Escape Festival 2019 in UK, ebenso Ilgen-Nur im Jahr 2018, die bereits als Support die Band Tocotronic begleitete. Deine Cousine geht mit Le Fly auf Tour und bespielt im Sommer die Festivalbühnen von Deichbrand und Open Flair. Bands wie FUCK ART, LET’S DANCE! und POOL spielten in Frankreich, Schottland, Dänemark und auf der SXSW in Austin/Texas und die Band Tonbandgerät ist seit ihrer Auszeichnung 2010 aus der Musiklandschaft nicht mehr wegzudenken.

Foto Header: Alexander Schiephake

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