Ein Brückenkopf für MOIA

Wie der Ride Sharing-Anbieter in Groß Borstel seine erste Hamburger Adresse fand.

Nach 20.000 Testkilometern war es endlich soweit: Im April 2019 gingen in Hamburg die ersten 100 elektrisch betriebenen Kleinbusse des Ride-Sharing-Anbieters MOIA in Betrieb.  Zwei Jahre lang hatte die VW-Tochter auf diesen Termin hingearbeitet. Doch am Ende geriet der Starttermin in Bedrängnis. Das ursprünglich vorgesehene Betriebsgelände stand nicht mehr zur Verfügung. Doch ein zentral gelegenes, gut erreichbares Hub mit je einem ausgewiesenen Stellplatz pro Fahrzeug ist eine konzessionsrechtliche Auflage und ebenso essentiell für das Laden und das Reinigen der Fahrzeuge. Soetwas ist aber kurzfristig in Hamburg kaum zu finden. 

Perfekte Bedingungen für das erste MOIA-HUB in Hamburg: Das ehemalige Strüver-Betriebsgelände in Groß Borstel

Zum Glück gibt es in Hamburg immer jemanden mit einer guten Idee. Diesmal das Architekturbüro Heitmann Montúfar, das gerade mit der Planung für die Umnutzung des ehemals industriell genutzten Strüver-Geländes in Groß Borstel begonnen hatte. Die Investoren HJD und HASPA PeB planen dort in den kommenden Jahren den Petersen Park, ein gemischt genutztes Gebiet mit Gewerbe, Wohnungen, einer Kita und Pflegeeinrichtung. Doch bis zum Baugbeginn 2021 wäre das 60.000 Quadratmeter-große Areal mit Hallen und Parkflächen weitgehend ungenutzt. 

Die Projektpartner waren sich schnell einig. Das Gelände ist für MOIA wie geschaffen, und das neue, umweltschonende Mobilitätsangebot wäre für Hamburg eine echte Bereicherung. Das sah MOIA genauso. Binnen weniger Monate wurden die nötigen Umbaumaßnahmen erledigt. Ein mehrjähriger Mietvertrag schafft die nötige Planungssicherheit. 

„Urbane Großprojekte wie der Petersen Park sind immer auch ein städtebauliches Gesamtwerk, das über viele Generationen hinweg betrachtet werden sollte,“ erklärt HASPA-PeB-Geschäftsführer Harald Hempen. „Der langfristige Erfolg des Immobilienprojektes hängt immer auch an der Entwicklungsperspektive des größeren Umfeldes und eine moderne Mobilitätsinfrastruktur spielt dabei eine entscheidende Rolle.“

Ein gutes Jahr später konnte MOIA auf einem Gelände der Hamburger Hochbahn im Stadtteil Horn einen zweiten Betriebshof eröffnen und mit einer verstärkten Flotte das Einsatzgebiet weiter ausbauen. Mittlerweile verfügt der innovative Mobilitätsdienst über einen dritten Betriebshof in Wandsbek und legt damit den Grundstein für seine 500 genehmigten Fahrzeuge in Hamburg. 

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