Drei Erkenntnisse aus unseren Zukunftsworkshops

Um den Wandel in der Haspa mitzugestalten, wurden alle Mitarbeiter*innen eingeladen, an Zukunftsworkshops teilzunehmen. Vorstandsmitglied Olaf Oesterhelweg erzählt, was seine Erkentnisse sind.

Wir leben in einer Welt, die sich immer schneller dreht. Deshalb treiben wir unseren Wandel voran und bauen eine Haspa, die auch für kommende Generationen und Kunden attraktiv ist. Aber wie wird unsere Haspa der Zukunft aussehen? Um das zu beantworten, sind wir einen besonderen Weg gegangen: Wir haben alle Mitarbeiterinnen zu virtuellen Zukunftsworkshops eingeladen. Denn wir glauben, dass eine Transformation nur gelingt, wenn alle Mitarbeiterinnen Teil des Veränderungsprozesses werden.

56 Workshops, 112 Stunden, 2.100 Teilnehmerinnen, 24 Moderatorinnen aus den eigenen Reihen, pro Session ein Vorstand als Gastgeber und rund 40 bunt gemischte Mitarbeiterinnen – das waren unsere Zukunftsworkshops. Warum haben wir so ein aufwendiges Format gewählt? Weil die Architektinnen unserer Haspa der Zukunft vor allem unsere Mitarbeiterinnen sind. Außerdem ist das Ausmaß an Veränderung in unserer Organisation enorm. Nicht nur durch Corona, sondern weil wir aktuell viel auf den Kopf stellen – unsere Führungsstruktur, Führungsverhalten und Aufstellung transformieren (s. „Die Zeichen stehen auf Wandel“).

Natürlich sind diese Veränderungen auch emotional und bewegen uns alle. Deshalb ist der Austausch umso wichtiger. Schließlich haben wir eine gemeinsame Verantwortung, unseren Wandel gut zu gestalten. Die Zukunftsworkshops waren wie ein Startschuss, der ganz viel Energie entfesselt hat. Zusammen haben wir darüber gesprochen, wie die Vision unserer Haspa der Zukunft aussieht und was jeder Einzelne in seiner Rolle und Funktion zur Erreichung dieser beitragen kann. Welche Erkenntnisse ich in meinen Zukunftsworkshops gesammelt habe? Das möchte ich gern mit euch teilen:

Eine Transformation gelingt nur, wenn alle Mitarbeiter*innen Teil des Veränderungsprozesses werden.

Erkenntnis Nr. 1: So viel Transparenz wie möglich und so viel Orientierung wie nötig

Informationen sind kein Herrschaftswissen und in Zeiten von Veränderungen ist es wichtig, so viel Transparenz wie möglich zu schaffen. Was passiert da eigentlich? Warum passiert es? Und wie wirkt alles zusammen? Nur wenn alle Mitarbeiterinnen diese Fragen beantworten können, wissen sie auch, wie sie persönlich zum Unternehmenserfolg beitragen.

Die Zukunftsworkshops waren ein wichtiger Schritt in Richtung Transparenz. Meine Vorstandskollegen und ich wollten dabei nicht one-way verkünden, sondern vor allem zuhören und für alle Mitarbeiterinnen greifbar sein. In den kleinen Gruppen hat das super funktioniert. Wir haben offen und klar über Themen gesprochen, die uns gerade bewegen. Aber auch geschaut, was Diskussionen sind, die runterfallen und einer Klärung bedürfen.

Die Workshops sollten darüber hinaus Orientierung geben. Einen Rahmen setzen, um in unserem Veränderungsprozess immer wieder zu checken: Sind wir noch innerhalb des Rahmens oder sind wir schon außerhalb? Das ist wichtig, denn nur so können wir sicherstellen, dass wir alle in die gleiche Richtung laufen, die Beiträge jedes Einzelnen auf das gemeinsame Ziel einzahlen – und sich gegenseitig verstärken.

Erkenntnis Nr. 2: Mut zur Authentizität

Die Arbeitswelt ist im Zuge von Digitalisierung und New Work in Bewegung. Um weiterhin erfolgreich zu sein, müssen wir anders zusammenarbeiten. Der Mensch rückt in den Fokus und hat Raum, seine Potenziale zu entfalten. Ellenbogen-Mentalität und Silodenken weichen einer gemeinsamen Arbeitsweise mit Authentizität und Vertrauen. Im Vorstand haben wir hier eine Vorbildfunktion, die wir in unseren Zukunftsworkshops gut vorleben konnten. Und je mehr ich meine Perspektiven, Erfahrungen, Erfolge und Learnings mit den Menschen in den Zukunftsworkshops teilte, je offener wurden auch sie.

Diese Aufrichtigkeit hat mich berührt und eindrücklich gezeigt: Ein unverstellter Dialog hilft dabei, Verständnis füreinander und Vertrauen untereinander zu entwickeln. In unserer heutigen VUKA-Welt müssen wir uns schließlich auf unsere Kolleginnen und Kollegen verlassen. Ansonsten würde jeder Sprint und jede agile Arbeitsweise kläglich scheitern.

Erkenntnis Nr. 3: Gemeinsam geht mehr

Es war faszinierend, wie sich die Zukunftsworkshops entwickelten. Jede Session war anders. Durch die zufällig zusammengewürfelten Gruppen entstand oft eine mega Dynamik. Einer wusste mehr über Dinge, die wir in New Work vorantreiben. Andere hatten bessere Einblicke in Kostenstruktur, IT-Prozesse oder das, was unsere Kunden wirklich bewegt. Es hat Spaß gemacht zu sehen, wie sich die einzelnen Gedanken gegenseitig verstärkten und so ein größeres Ganzes entstand.

Auch wenn dies nicht sofort umsetzbare Lösungen produzierte, war es ein sehr kreativer Prozess und hat mir gezeigt: Das Know-how liegt in den Köpfen unserer Mitarbeiterinnen und ein lebendiger Wissenstransfer funktioniert nur, wenn wir Silos einreißen und Vernetzung fördern. Unsere Zukunftsworkshops waren ein Vorgeschmack, wie wir künftig zusammenarbeiten wollen. Dass wir Lust haben, unser Wissen zu teilen und uns nicht nur über die eigenen Erfolge freuen, sondern auch die der anderen feiern. Ich denke, das ist die Voraussetzung, um in einer agilen Organisation zu arbeiten – und somit für das Gelingen unserer Transformation.

Klar ist es mit den Zukunftsworkshops allein nicht getan. Es ist erst der Beginn unserer Reise, die nicht immer lustig sein wird oder kontinuierlich geradeaus geht. Aber die Mitarbeiter*innen, die sich mit uns auf die Reise machen, werden auch an ihrer persönlichen Entwicklung sehen, dass es sich lohnt.

Titelbild: Unsplash

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