Hilfsaktionen: Die Kultur in Hamburg darf nicht sterben

Zusammen mit der Haspa und der Haspa Musik Stiftung die kulturelle Vielfalt der Stadt erhalten: Jede Spende hilft

Hamburg ist eine Stadt voller Kultur, Musik und Kreativität. Doch unsere sonst so bunte energiegeladene Stadt steht in der Corona-Pandemie still. Und Hamburgs Kultur leidet darunter wie kaum eine andere Branche. Konzerthäuser, Theater, große und kleine Bühnen – sie alle sind geschlossen und stehen in Teilen vor dem Aus. Während anderen Branchen hohe Zuschüsse gewährt werden, fühlt sich die Kulturszene vernachlässigt. Die Lage ist prekär.

Hier hilft die Haspa: Zum einen hat sie das Projekt „Kulturbörse – Wirtschaft hilft Kultur” ins Leben gerufen, bei dem Unternehmer die Crews hinter den Künstlern unterstützen können. Zum anderen hat die Haspa Musik Stiftung einen Hilfsfonds gegründet, in den für Hamburger Musikerinnen und Musiker, DJs und andere Musikschaffende gespendet werden kann.

Patenschaften für die Kultur

Gemeinsam mit Soulsänger Stefan Gwildis und Kai Maser von der Künstleragentur Heimat 2050 ruft die Haspa zur finanziellen Unterstützung der Kulturschaffenden über das Projekt „Kulturbörse – Wirtschaft hilft Kultur” auf. Mit Hilfe von Kulturpatenschaften soll den oft vergessenen Mitwirkenden hinter den Kulissen geholfen werden – etwa den Roadies, Beleuchtern, Tontechnikern oder Bühnenbauern.

Dafür spricht die Haspa ihre rund 60.000 Geschäftskunden an und versucht sie als Mäzene für die Hamburger Kulturszene zu begeistern. „Wo wir wissen oder annehmen, da könnte sich ein Kunde gerne für Kulturelles engagieren, den sprechen wir an”, sagt Andreas Mansfeld, Leiter Unternehmenskunden bei der Haspa. „Wir wollen den Kulturschaffenden und Institutionen eine Perspektive geben, es geht um nichts weniger als die Kultur in unserer Stadt.” Und so ist das Vorhaben innerhalb kürzester Zeit auch für viele Haspa-Mitarbeiter zu einer echten Herzensangelegenheit geworden. Sie setzen sich über ihre Arbeitszeit hinaus in den Abendstunden und am Wochenende quasi ehrenamtlich dafür ein, Unterstützer für das Projekt zu gewinnen.

Matching von Künstlern und Unternehmern

Keksfabrikant Georg Parlasca (rechts) fördert das Team um Künstler Stefan Gwildis

Ist ein Unternehmer bereit, eine Kulturpatenschaft zu übernehmen, so nimmt Kai Maser ein Matching vor. Er bringt die Unternehmer als Mäzene auf der einen Seite und Künstler auf der anderen Seite zusammen. Während die Förderung in der Kunstszene schon sehr lange existiert, ist dieses bei der Kultur bisher nicht üblich gewesen. Doch das soll sich mit diesem Projekt ändern.

Manche Künstler wollen sich nach der Pandemie – als freiwilliges Dankeschön – mit Konzerten, Ausstellungen oder Lesungen für die Mitarbeiter revanchieren. So könnte eine langfristige Bindung zwischen Kulturschaffenden und Unternehmen entstehen.

Bericht des Hamburg Journal über die “Kulturbörse”.

Durchweg positive Reaktionen

Heike und Holger Gnekow von der Adler Apotheke in Wandsbek spendeten für Künstler Rolf Claussens

Die ersten Reaktionen von Seiten der Unternehmer sind durchweg positiv – sie alle schätzen die kulturelle Vielfalt der Stadt und möchten zu ihrem Erhalt beitragen. Erste Unterstützer sind bereits gefunden – darunter der Kulturmäzen Bernd Ziege. Er unterstützt das Team hinter dem Frauen-Quartett Salut Salon. Georg Parlasca unterstützt die Söhne Hamburgs und Peter Merck Annett Louisan. Mit dabei ist auch die Wandsbeker Adler Apotheke, die bereits 7.000 Euro für den Wandsbeker Künstler Rolf Claussens und sein Projekt „Hidden Shakespeare” spendete. Sie sammelte dafür die 2 Euro-Zuzahlungen, die sie für die Berechtigungsscheine der FFP2 Masken einnahm. Seit Beginn der Aktion sind bereits mehr als 150.000 Euro zusammengekommen.

Sie möchten sich als Mäzen für die Kultur engagieren? Schreiben Sie uns unter kulturboerse@haspa.de, dann kontaktieren wir Sie gerne.

Haspa Musik Stiftung gründet Hilfsfonds für Musiker

Aktiv geworden ist auch die Haspa Musik Stiftung: Sie hat einen Hilfsfonds für Hamburger Musikschaffende ins Leben gerufen. In enger Kooperation mit ihrem Partner RockCity Hamburg e.V. wird das Geld aus dem Fonds direkt an Musikerinnen und Musiker, DJs und Musikschaffende weitergegeben und unterstützt sie bei der Umsetzung ihrer Projekte.

Zum Start stellt die Stiftung 50.000 Euro zur Verfügung. Darüber hinaus gehen alle kleineren Spenden aus dem Projekt “Kulturbörse – Wirtschaft hilft Kultur” in den Fonds. Und das soll nicht alles gewesen sein: Jeder kann spenden und dabei helfen, die musikalische Vielfalt Hamburgs zu erhalten.

Die Verteilung der Gelder aus dem Hilfsfonds übernimmt RockCity Hamburg e.V. mit seiner engen Vernetzung in die Hamburger Musikszene. Der Verein setzt sich seit langem für die Förderung von Hamburger Musikerinnen und Musikern, Musikschaffenden und DJs ein und arbeitet dafür eng mit Musiknetzwerken und -unternehmen, mit Politik, Behörden, Institutionen sowie den Musikerinnen und Musikern zusammen. Gemeinsam mit ihrem Team sorgt Geschäftsführerin Andrea Rothaug dafür, dass die Gelder an den richtigen Stellen eingesetzt werden.

Weitere Informationen unter: http://www.haspa-musik-stiftung.de/corona-hilfsfonds/

Die Söhne Hamburgs, Mit-Initiator Stefan Gwildis, Salut Salon: Sie alle konnten bereits die großzügigen Spenden aus der Wirtschaft an ihre Crews weitergeben. Fotos Salut Salon / GABO, Söhne Hamburgs / Christian Barz

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