Hamburgs “Höhle der Löwen” – 30 Jahre Haspa-Startup-Center

Mehr als 12.000 Unternehmensgründungen hat das Haspa StartUp-Center schon auf den Weg gebracht. 1985 richtete die Haspa als erste Bank in Hamburg dieses Spezialistenteam für Gründer ein. 1,5 Milliarden Euro wurden seither für Gründungsfinanzierungen vergeben. Jedes Jahr werden über 1.000 Gründungskonzepte analysiert. Im Jahr 2019 wurden 330 Vorhaben mit insgesamt 58 Millionen Euro finanziert. 

„Unsere Stärke ist die Erfahrung im Gründungsgeschäft“, unterstreicht Stefanie Huppmann, die das Center seit über 20 Jahren leitet. „Außerdem bringen wir unsere Gründer mit Leuten zusammen, die ihr Vorhaben voranbringen. Unter den 60.000 Firmenkunden der Haspa sind immer ein paar dabei, die als Lieferant, Kunde oder Partner infrage kommen.“ 

Das 30-köpfige StartUp-Team der Haspa ist ein zentraler Player in der Hamburger Gründerszene. Alle Berater haben sich mit einem Zertifikat für die Arbeit mit Gründungsvorhaben qualifiziert. Sie arbeiten eng vernetzt mit allen Förder- und Beratungseinrichtungen der Stadt. Für die Bürgschaftsgemeinschaft (BG) und die Hamburger Investitions- und Förderbank (IFB) ist die Haspa der reichweitenstärkste Bankpartner in diesem Feld. 

Daneben engagiert sich das StartUp-Center intensiv für einen vitalen Gründungsstandort. Unter seiner Regie wurde der Hamburger Gründerpreis ins Leben gerufen, der seit vielen Jahren herausragenden Gründermut auszeichnet. Auf dem Reeperbahn-Festival fördern die Gründungsspezialisten die Entwicklung und Vermittlung von Geschäftsideen. Die Haspa ist Kooperationspartner der Startup-Community „12minutes me“ und der Hamburg Media School , wo sie gründungswillige Studierende inner- und außerhalb des Curriculums unterstützt. Sie ist Initiator und Gesellschafter des Next Commerce Accelerators und Partner des Next Media Accelerators Beschleunigungsprogramme für internationale Start-ups aus den Bereichen Medien und Handel. Mit dem von ihr mitentwickelten Online-Tool „SmartBusinessPlan“ bietet sie Gründern ein Werkzeug für die unkomplizierte Entwicklung von Geschäftsplänen. 

„Hinsichtlich Kapital, Sicherheiten, Fördermittel und Beratung haben wir heute in Hamburg schon ein sehr gutes Niveau“, erläutert Huppmann. „Was noch intensiviert werden sollte, ist die Vernetzung der Gründer untereinander und ihre Kontakte zu den Hamburger Unternehmen.“ 

Ein wichtiges Ziel ist es, gründungswilligen Hamburgern den Einstieg in die Selbstständigkeit so einfach wie möglich zu machen. Mit offenen Beratertagen und „Newcomer- Treffen“ richtet sich das StartUp-Center daher seit Jahren an diese Zielgruppe. „Jeder, der eine Geschäftsidee in sich trägt und sich fragt, ob sie realistisch ist, kann sich mit uns austauschen, bevor die eigentliche Business-Planung beginnt“, sagt Huppmann. Die Beratungsangebote reichen bis in die Berufsschulen. Beispielsweise beim regelmäßigen Austausch mit angehenden Friseuren. 

„Eine wunderbare Win-win-Situation“, so Huppmann. „Die angehenden Meister bekommen von uns einen Einblick in die Welt der Finanzen, und wir im Gegenzug ein neues Styling.“ Ob ein Unternehmen auf Kurs ist, zeigt sich oft auch im Wettbewerbsvergleich. 

Die Sparkassenorganisation führt daher ihre Erfahrungen im Gründungsgeschäft bundesweit in Branchenprofilen zusammen. Hieraus ergeben sich wertvolle Benchmarks, an denen sich Berater und Gründer bei den Planungen orientieren können. Die jungen Unternehmen werden bei der Haspa nach der Gründung noch einige Jahre im StartUp-Center betreut. „In den ersten Jahren ist ein besonders enger Kontakt zwischen Bankberater und Unternehmer sinnvoll, denn in dieser Phase fallen auch bei Finanzfragen überdurchschnittlich viele Entscheidungen an“, erklärt Huppmann. „Wenn man sieht, wie viele Arbeitsplätze, Steuereinnahmen, innovative Produkte und Dienstleistungen in all den Jahren mit uns angeschoben wurden, dann wird klar, welche Bedeutung eine lebendige Gründungskultur für Hamburg hat.“ 

 

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